Archiv: Biotop-Blog 2021

Archiv: Biotop-Blog 2021


22. Dezember 2021

Raubkatzenalarm im Biotop!

Kürzlich haben wir mit unseren Wildtierkameras eine ganz besondere Jägerin vor die Linse bekommen – eine Europäische Wildkatze. Darüber freuen wir uns sehr, denn obwohl sich ihre Bestände in Deutschland erholt haben (es gibt ca. 6000 Tiere im Land), gilt sie doch weiterhin als bedroht.

Europäische Wildkatzen (Felis silvestris silvestris) sind nachtaktive Einzelgängerinnen, die etwas größer sind als unsere Hauskatzen (Felis catus). Dabei ist die Verwechslungsgefahr mit den Stubentigern sehr hoch. Hauptunterscheidungsmerkmal ist der dickere, buschigere Schwanz der Wildkatzen, der einige klar abgesetzte, geschlossene schwarze Ringe am Schwanzende und eine schwarze Spitze aufweist. Trotz der großen Ähnlichkeit, sind Wild- und Hauskatzen nicht eng miteinander Verwandt. Während unsere verschmusten Haustiere von afrikanischen Falbkatzen abstammen, die einst von Römern nach Europa gebracht wurden, sind die Wildkatzen hier bereits seit vielen Jahrtausenden heimisch – und scheu und unbezähmbar geblieben.

Europäische Wildkatze im BioDiversum


08. Dezember 2021

Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume – das klingt nach einem leckeren Obstsalat, oder Kuchen? Davon ist hier aber nicht die Rede. Tatsächlich ist unser BioDiversum im November um zwölf Obstbäume reicher geworden. Landschaftsarchitekt Ulrich Küneke und sein Team haben hinter dem Teich eine Streuobstwiese mit einheimischen und alten Arten angelegt:

Äpfel
Malus 'Berlepsch', Malus 'Boskoop', Malus 'Goldparmäne', Malus 'Kaiser Wilhelm', Malus 'Jakob Lebel', Malus 'Rote Strenrenette'

Birnen
Pyrus communis 'Gellerts Butterbirne', Pyrus communis 'Gute Graue'

Kirschen
Prunus avium 'Schneiders Späte Knorpelkirsche', Prunus avium 'Büttners Rote Knorpelkirsche'

Zwetschgen/Pflaumen
Prunus domestica 'Hauszwetschge', Prunus domestica 'Mirabelle von Nancy'

In Zukunft soll die Wiese nicht nur die Institutsmitarbeitenden mit gesunden Snacks versorgen, sondern vor allem den Tieren des Biotops Lebensraum und Nahrungsquellen bieten.

Noch müssen wir uns allerdings in Geduld üben. Die Bäume werden, je nach Sorte, voraussichtlich erst in zwei bis fünf Jahren Früchte tragen – und dann kommen auch endlich Obstsalat und Kuchen ins Spiel.


04. November 2021

Kamera läuft! Klappe! Und Action!

Ende September stellte sich das Biotop-Team einer Aufgabe der ganz besonderen Art. Im Auftrag und mit Unterstützung der Max-Planck-Gesellschaft haben wir einen kleinen Film über das BioDiversum gedreht. Mit Hilfe eines professionellen Kameramanns entstanden tolle Bilder von Teich, Pflanzen und Tieren und engagierte Mitarbeiter*innen gaben Interviews zu den Maßnahmen und der Pflege des Biotops.

Es war fast schon wie verhext. Wir hatten nicht nur großes Glück mit dem Wetter, sondern auch das gesamte Team glänzte an dem Tag mit seiner tollen Performance, egal ob vor oder hinter der Linse. Das Ergebnis des 10-stündigen Drehtags und der vielen, vielen Stunden Nachbereitung im Schnitt, gibt es hier:

Mit Biotopen das Artensterben aufhalten | BioDiversum


19. Oktober 2021

Endlich ist es soweit – Unser Biotop ist offiziell eröffnet!

Drei Jahre sind vergangen, seitdem der Ornithologe Peter Berthold unser Institut besuchte und zum Ideengeber des Biotops wurde. Zeit für einen kurzen Rückblick.

Der Startschuss für die Planungen fiel im Frühjahr 2019. Zunächst gab es Bestandserfassungen von Flora und Fauna, denn wir wollten wissen, was bereits auf unserem Gelände lebt, um später beurteilen zu können, welche Tiere und Pflanzen sich neu angesiedelt haben. 2020 wurden die ersten Blühwiesen angelegt und Baumaßnahmen geplant. Im März 2021 folgte dann der Spatenstich, oder Baggeraushub, für den Teich, die Vogelfutterstelle und 100 Nistkästen. Mittlerweile sind die wesentlichen Baumaßnahmen abgeschlossen.

Neben allen, die an der Planung des BioDiversums beteiligt waren, haben wir für die feierliche Eröffnung Vertreter*innen aus der Presse und weitere Gäste aus Stadt und Region eingeladen, so auch unsere großzügigen Spender von der AKB Stiftung und der Sparkasse Göttingen. Unser Ehrengast war natürlich Peter Berthold, ohne den das Projekt wohl nie zustande gekommen wäre. Nach den Grußworten wurden alle zu einem Spaziergang entlang des Teichs, der Blühwiesen, Nistkästen und Co. eingeladen, um einen Eindruck von den einzelnen Maßnahmen zu gewinnen.

Noch ist unser Biotop aber nicht fertig. Eine Streuobstwiese ist geplant sowie ein Komposthaufen und eine Insel für den Teich. Und wer weiß, welche tollen Ideen die Mitarbeitenden am Institut zukünftig noch einbringen werden, um die Artenvielfalt im BioDiversum zu erhöhen und den heimischen Arten unter die Arme – beziehungsweise Beinchen und Blätter – zu greifen.


14. September 2021

Die Bauarbeiten am Teich sind so gut wie abgeschlossen. Die Aussichtsplattform ist fertig und ermöglicht eine tolle Sicht auf das Wasser. Und die lohnt sich bereits, denn aus dem grauen Pool wird allmählich ein grüner, lebendiger Teich! Junge Pflanzen wurden eingesetzt, Wasserläufer bevölkern zu Hunderten die Oberfläche – kurz: Leben breitet sich aus.

Um die Qualität des Wassers zu überwachen, führt unsere Teich-AG nun wöchentlich Messungen durch. Neben pH-Wert und Wasserhärte überprüft sie unter anderem den Gehalt von Nitrat und Phosphat sowie die Temperatur.

Ein Stück neben der Plattform steht ein kleines Tipi. Von hier aus hat man einen guten Blick auf den Teich, den Waldrand und die frisch ausgesäten Blühwiesen. So lassen sich Vögel und andere Tiere beobachten, ohne sie zu stören.

Einige Lesesteinhaufen sollen Eidechsen und anderen Reptilien als Habitat dienen.

Eine erste Kröte wurde auch schon am Teich gesichtet und wir freuen uns auf weitere heimische Tiere, die sich hoffentlich ansiedeln und von unserem Feuchtbiotop profitieren. Wir wollen der Natur ihren Lauf lassen, damit sich im Teich und drum herum ein stabiles Ökosystem entwickeln kann. Das kann aber nur klappen, wenn niemand Fische, Schildkröten oder andere Tiere in unserem Teich aussetzt. Die würden das ökologische Gleichgewicht nämlich in kürzester Zeit zerstören.  Warum das so ist, erklären wir hier.

Übrigens ist es sogar gesetzlich verboten, nichtheimische Arten in die Natur zu entlassen.


24. August 2021

Ein Schnappschuss aus unseren Blühwiesen: Diese weibliche Krabbenspinne (Misumena vatia) hat sich kurz zuvor offenbar auf einer gelben Blüte aufgehalten, wie ihre Körperfarbe erkennen lässt. Denn Krabbenspinnen – zumindest die Weibchen – können ihre Farbe binnen weniger Tage an ihre Umgebung anpassen. Damit machen sie sich für ihre Beutetiere – etwa Bienen, Schmetterlinge und Fliegen (eben alles, was Blüten besucht) – so gut wie unsichtbar. Perfekt getarnt, lauert die Krabbenspinne auf ihre Opfer und schnappt im richtigen Moment zu. Die besondere Länge ihrer Vorderbeine erweitert dabei nicht nur ihre Reichweite. Mit ihnen kann sie sich auch die Stacheln mancher ihrer Beutetiere vom Leib halten – denn auch Wespen oder gar Hornissen gehören auf ihren Speiseplan. Sie tötet ihre Beute mit einem Biss und saugt sie dann aus.

Lange glaubte man, die unterschiedlich gefärbten Spinnen gehörten zu verschiedenen Arten. Erst genetische Analysen zeigten, dass es sich um ein und dieselbe Art handelt, die eben sehr wandlungsfähig ist.

Ihrem ausgefallenen Körperbau verdankt die Spinne übrigens auch ihren Namen, denn mit den langen vorderen und deutlich kürzeren hinteren Beinen sieht sie tatsächlich aus wie eine Krabbe.  


20. August 2021

Die Brutsaison dieses Jahr ist für viele heimische Vögel zu Ende. Momentan beobachten wir mit Freude Meisenfamilien an unseren Futterstellen, die sich zusammen mit ihrem jüngsten Nachwuchs eifrig die Bäuche vollschlagen. Einige dieser Jungen sind wahrscheinlich in unseren Nistkästen geschlüpft. Neben Blau- und Kohlmeisen haben auch andere Vogelarten unsere vielfältigen Nisthilfen angenommen.

Vielfältige Nistkästen? Genau! Je nach Vogelart unterscheiden sich die Ansprüche für geeignete Brutplätze. Um möglichst vielen Arten unter die Flügel zu greifen, habe wir verschiedene Nistkästen auf unserem Institutsgelände aufgehängt. Welche das sind, wie sie sich unterscheiden, für welche Arten sie sich eigenen und worauf man noch achten muss, illustrieren wir in unserer Infografik.


10. August 2021

Alarm! Wasserdiebe trinken unseren Teich leer!

Wir haben die kriminelle Bande auf frischer Tat ertappt, als sie eines Vormittags über unser Feuchtbiotop herfiel. In perfekt einstudierten Abläufen näherte sich einer nach dem anderen in Windeseile dem Wasser und schnappte sich kleine Portionen. Ganz schön dreist, diese Schwalben…

Genug mit den Späßen. Wir freuen uns sehr, dass bereits die ersten Tiere von unserem Teich profitieren. Neben den Schwalben sehen wir auch schon erste Wasserläufer, Teichschwimmer und Libellen!


26. Juli 2021

Kurioses Nachtleben

Seit ein paar Wochen laufen unsere Wildtierkameras, die wir aufgestellt haben, um die nachtaktive Fauna zu erfassen. Unser Wissenschaftler Rick Kluiver überwacht die Aktivitäten der Kameras und ist dabei neulich auf ganz schön seltsame Laute gestoßen.

Was mag das wohl sein?


17. Juli 2021

Höchste Zeit für ein Update zu unseren Turmfalken. Unser Pärchen hat vier Jungtiere erfolgreich großgezogen, die inzwischen fast flügge sind. Immer wieder kann beobachten, wie eines von ihnen seine Flügel ausbreitet und mit ihnen schlägt, während die anderen im Kasten sitzen und zuschauen. Dann ist das nächste dran. Es kann sich nur noch um Tage handeln, bis die Jungen ausfliegen.


29.Juni 2021

Es kreucht und fleucht auf unserem Institutsgelände!

Unser Wissenschaftler, Hobbyfotograf und Kriechtierenthusiast Alexandre Webster hat sich auf die Lauer gelegt, um die Insekten im BioDiversum abzulichten und zu identifizieren. Und siehe da, nach kurzer Zeit hat er schon über 100 Arten entdeckt und eine wunderschöne Collage zusammengestellt. Wir sind gespannt, wie sich die Insektenvielfalt über die Jahre entwickeln wird, wenn alle Blühwiesen, Gehölzpflanzungen und der Teich endlich fertig sind.

Und es zeigt sich wieder einmal: Es braucht engagierte Mitarbeitende wie Alex, um das Beste aus unserem Biotop herauszuholen!


18. Juni 2021

Wasser marsch!

Endlich können wir unseren Teich befüllen. Trotzdem sind wir damit erst den halben Weg gegangen. Das Wasser dient zum jetzigen Zeitpunkt vor allem dazu, Folie und Flies am Teichboden zu fixieren, sodass nichts mehr verrutschen kann und die Flachwasser- und Uferzonen ausgestaltet werden können.

Außerdem folgt nun der Einbau des Speicher- und Pumpsystems, durch das wir später unseren Teich mit reinem Regenwasser speisen können.


04. Juni 2021

Es grünt so grün!

Mit dem feucht-fröhlichen Wetterwechsel in den letzten Wochen ist die Flora in unserem Biotop so richtig erblüht und ergrünt. Unsere Nistkästen liegen teils so versteckt hinter den Blättern, dass man sie kaum finden kann. Die Blühwiesen, die wir letztes Jahr mit regionalem Saatgut angelegt haben, wechseln beinahe wöchentlich ihre Farben. Noch dazu bieten sie nun Nahrung und Lebensraum für allerhand Insekten. 


03.Juni 2021

Schnellen Schrittes geht es voran mit unserem Teich!

Eine Schicht aus Folie und Flies bedeckt nun den Boden. Als Nächstes folgt eine Mörtelschicht, bevor der eigentliche Boden aufgeschüttet wird. Gegen Ende des Monats heißt es dann hoffentlich "Wasser marsch!".

Warum nutzen wir eigentlich (Kunststoff-)Folie?

Tatsächlich wollten wir den Teich ursprünglich mit einer Tonschicht abdichten. Ton reagiert allerdings empfindlich auf einen häufigen Wechsel von feucht und trocken, wie wir ihn im Randbereich des Teichs bei schwankendem Wasserstand erwarten müssen. Der Ton wird irgendwann unweigerlich rissig. Da sich der Teich aber in einem Wasserschutzgebiet befindet, müssen wir sicherstellen, dass er absolut dicht ist. Und das ist leider nur mit einer widerstandsfähigen Kunststofffolie gewährleistet. Diese Folie wird übrigens noch mit Teichmörtel bepanzert, um sie vor UV-Licht und mechanischen Schäden zu schützen.


25. Mai 2021

Endlich hängen auch die ersten fünf Mauersegler-Kästen (zwei sind im Bild oben rechts am Gebäude zu sehen) – ob sie noch in diesem Jahr bezogen werden, ist ungewiss. Mauersegler sind recht standorttreu und lassen sich nicht ohne Weiteres in einem neuen Gebiet ansiedeln. Wir sind aber optimistisch, dass sie unsere Nisthilfen über kurz oder lang entdecken.

Mauersegler haben es zunehmend schwer, geeignete Nistplätze zu finden. Einerseits sind sie Kulturfolger, nisten also in menschlichen Siedlungen – und die nehmen ja immer mehr Raum ein. Andererseits erschweren wir ihnen das Brüten zunehmend, indem wir alte Gebäude abreißen, sie sanieren und Dächer abdichten. Umso wichtiger ist es, dass wir diesen außergewöhnlichen Vögeln alternative Nistmöglichkeiten bieten.


20. Mai 2021

Der Teich ist inzwischen komplett ausgehoben und die Wände ausgearbeitet. Sehr schön zu erkennen ist der gestufte Aufbau. Im tiefsten Bereich wird er drei Meter tief sein. Daneben gibt es eine Zone mittlerer Tiefe und einen flachen Uferbereich. Aus diesen drei Zonen ergeben sich - wenn denn einmal Wasser im Teich ist - drei unterschiedliche Lebensräume mit verschiedenen Bedingungen, von der Wassertemperatur über den Lichteinfall bis zum Sauerstoffgehalt.


29. April 2021

Manche hängen erst zwei Wochen, doch einige unserer Nistkästen wurden direkt bezogen! An diesem sorgt ein Kohlmeisenpärchen für regen Flugbetrieb. Aus weiteren Kästen ist unverkennbar das Piepen von Jungvögeln zu vernehmen.


26. April 2021

Die Erdarbeiten für unseren Teich sind mittlerweile deutlich fortgeschritten. Inzwischen lässt sich erkennen, welche Form er haben wird.

Auch auf der Fläche vor Turm 1 unseres Instituts tut sich einiges. Der Verlauf des neuen Fußwegs ist bereits gut sichtbar. Bald pflanzen wir Blühsträucher und weitere Gehölze. Außerdem richten wir auf den angrenzenden Parkflächen zwei Ladestationen für E-Autos ein.


24. April 2021

In den vergangenen Wochen haben mehr als 80 Nistkästen ihren Platz auf unserem Gelände gefunden, vor allem entlang des Waldrands. Dabei haben wir uns bemüht, möglichst vielen verschiedenen Vögeln etwas zu bieten: Wir haben Nistkästen mit großem, kleinem oder ovalem Einflugloch, Halbhöhlen, Kästen für Stare… Wir sind gespannt, wie sie angenommen werden! Auf dem Foto sind übrigens fünf Nistkästen versteckt – wer findet sie alle?


22. April 2021

Seit Ende März hängt hoch oben am Turm 6 unseres Instituts ein Turmfalkenkasten, den unsere Tischlerei gefertigt hat. Und siehe da: Er wurde schon bezogen! Das Turmfalken-Pärchen fliegt ständig ein und aus und ist offensichtlich emsig dabei, alles für die Brut vorzubereiten.


19. März 2021

Der Bagger ist endlich angerückt – heute haben die Erdarbeiten für den Teich begonnen! Eigentlich sollte es schon am 8. März losgehen, aber das Wetter hat für etwas Verzögerung gesorgt. Wenn alles nach Plan läuft, ist das Feuchtbiotop und damit das zentrale Element des BioDiversums zum Ende des Frühjahrs fertig.


14. Januar 2021

Unsere ganzjährige Vogelfutterstelle steht! Mit dieser Maßnahme wollen wir die Populationsdichte und Artenvielfalt der Brutvögel zu erhöhen. Gebaut hat das Futterhaus unser Team in der Tischlerei.

Um die Tiere nicht zu stören, sollen zukünftig, um die Futterstelle Sträucher gepflanzt werden. Damit die Vögel trotzdem in ausreichendem Abstand beobachtet werden können, planen wir Sehschlitze in die Sträucher zu schneiden.


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