Ein Seestern im Aquarium

Tierversuche: Ersetzbar? Übertragbar? Notwendig?

Einrichtungen des Göttingen Campus laden anlässlich des „Internationalen Tags des Versuchstiers“ zu Führungen ein

23. April 2026

Sind Tierversuche heutzutage noch notwendig? Gibt es nicht schon gute tierfreie Forschungsmethoden? Und wie geht es den Tieren in den Versuchen? Tierversuche werden kontrovers diskutiert, wobei Meinungen und Fakten gern mal durcheinandergeraten, wenn Emotionen ins Spiel kommen. Anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstiers informieren Einrichtungen des Göttingen Campus über ihre Forschung mit Tieren und laden Besucher*innen zu Führungen und Besichtigungen ein.

Tierversuche spielen am Göttingen Campus eine kleine, aber zentrale Rolle in der Forschung. Bedeutende Errungenschaften wie die Entwicklung des Herzpflasters, das bei Herzinsuffizienz das Herz stärkt und beim Schlagen unterstützt, wären ohne Tierversuche nicht möglich gewesen. Erst nachdem die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie an verschiedenen Tieren getestet wurde, war der Weg frei für eine Anwendung bei Patient*innen. Auch die Entwicklung von modernen optogenetischen Hörprothesen, die tauben Menschen ein besseres Hören ermöglichen sollen, ist auf Tierversuche angewiesen, zurzeit finden Studien an Mäusen, Wünstenrennmäusen und Weißbüschelaffen dazu statt.

Der Göttingen Campus mit seinen renommierten Forschungseinrichtungen wie der Universität und der Universitätsmedizin Göttingen, dem Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften und dem Deutschen Primatenzentrum ist hervorragend aufgestellt, um drängende biomedizinische Forschungsfragen zu lösen. Bei all diesen Studien werden die für die jeweilige Forschungsfrage optimalen Methoden eingesetzt, dazu gehören Zellkulturen, Computermodelle, Organoide, aber manchmal auch Studien an lebenden Tieren. Wie diese stattfinden, wie sie überwacht und reguliert werden und welche Methoden zur Reduktion von Tierversuchen entwickelt werden, stellen die Institute sowohl auf ihren Websites als auch im Rahmen von Führungen vor.

In den Nutztierwissenschaften an der Universität Göttingen geht es um Fragen der Ernährung, Züchtung, Haltung und Vorbeugung von Krankheiten bei Kühen, Schweinen, Hühnern und anderen Nutztieren. Am 9. Juni 2026 um 15 Uhr laden wir alle Interessierten zu einer öffentlichen Führung ein, die aus einem Vortrag über aktuelle Forschungsvorhaben sowie einem Rundgang durch die Nutztierhaltung an unserem Standort am Albrecht-Thaer-Weg 3 besteht. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 20 Personen begrenzt, daher bitten wir um vorherige Anmeldung unter tierschutzbeauftragte@uni-goettingen.de.

Das Deutschen Primatenzentrum (DPZ) betreibt biologische und biomedizinische Forschung in den Bereichen Infektions- und Herzkreislaufforschung, Neurowissenschaften und Primatenbiologe. Ab 8. Mai lädt das Institut alle Interessierten ab 15 Jahren zu öffentlichen Führungen ein, die aus einem Vortrag über die Forschung am DPZ und einem Rundgang durch die Außenanlagen der Tierhaltung bestehen. Eine Anmeldung über die Website ist erforderlich: www.dpz.eu/fuehrungen

Das Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften schlägt einen Bogen von naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung hin zu translationaler präklinischer Forschung. Am 5. Mai um 15 Uhr lädt das MPI-NAT interessierte Besucher*innen zu einer Führung ein. Neben den klassischen Versuchstierarten Ratte, Maus und Kaninchen werden am Institut auch aquatische Modellorganismen wie Quallen, Seesterne und Krallenfrösche eingesetzt, um neurologische Erkrankungen, die Eizellentwicklung oder die zelluläre Logistik zu erforschen. Die Führung wird Einblicke in beide Haltungsbereiche geben. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um eine Anmeldung über die Webseite https://events.gwdg.de/event/1446/.

 

(Gemeinsame Pressemitteilung der Universität Göttingen, des Deutschen Primatenzentrums und des Max-Planck-Instituts für Multidisziplinäre Naturwissenschaften)

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