EU fördert interdisziplinäres Doktorandennetzwerk LipAgg 

Nachwuchsforschende können sich auf 15 Stellen in Europa (Frankreich, Deutschland, Italien, Dänemark, Schweden) bewerben

8. Mai 2026

Auf den Punkt gebracht

  • Neues Doktoranden-Netzwerk LipAgg: Die EU fördert die Ausbildung von Doktorand*innen im Rahmen des „Horizon Europe Marie Skłodowska-Curie Actions“-Programms.
  • MPI-Beteiligung: Christian Griesinger vom Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften (MPI-NAT) ist einer von neun beteiligten Principal Investigators.
  • 15 Promotionsstellen: Alle Positionen sind auf der Webseite des LipAgg-Netzwerks gelistet. Bewerbungsschluss für die zwei am MPI-NAT ausgeschriebenen Promotionsprojekte ist der 17. Mai 2026.

Ziel des LipAgg-Programms ist es, zentrale molekulare Fragen hinter schweren Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Diabetes zu beantworten. Ein Merkmal der Alzheimer-Erkrankung sind fehlerhaft gefaltete Beta-Amyloid-Proteine, die verklumpen und toxische Ablagerungen bilden. Bei der Parkinson-Krankheit lagern sich fehlgefaltete Alpha-Synuklein-Proteine zusammen. Diese Ablagerungen können Nervenzellen schädigen. Darüber hinaus gelten Amyloid-Ablagerungen in den Insulin-bildenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse als mögliche Ursache für die Entstehung von Diabetes mellitus Typ II.

Im Rahmen des LipAgg-Programms werden die Promovierenden innovative Ansätze kombinieren, um zu verstehen, welche Rolle Lipide bei diesen Prozessen spielen. Diese Lipide können mit Proteinen aggregieren und schädliche Amyloid-Lipid-Komplexe bilden – daher der Name des Netzwerks: LipAgg. Weiter soll untersucht werden, wie diese Amyloid-Lipid-Komplexe Zellmembranen schädigen und wie sie sich zwischen Zellen ausbreiten.

Die Nachwuchsforschenden erhalten eine interdisziplinäre Ausbildung, sammeln praktische Erfahrungen mit modernsten wissenschaftlichen Methoden und arbeiten eng mit 23 Partnern aus Industrie und akademischen Einrichtungen in sechs Ländern sowie einer Patientenvereinigung zusammen. Durch Kombination biophysikalischer, strukturbiologischer, chemischer und molekularer Ansätze sollen Strategien entwickelt werden, um amyloidbedingte Schäden zu identifizieren und therapeutische Perspektiven zu verbessern. (cr)

Über das Marie Skłodowska-Curie Actions-Programm (MSCA)
Das MSCA-Programm ist Teil von Horizon Europe, das neunte Forschungsrahmenprogramm der EU. Es fördert die Entwicklung exzellenter Programme für Doktorand*innen- und Postdoktorand*innen sowie gemeinsamer Forschungsprojekte weltweit. Hochschuleinrichtungen, Forschungszentren und nicht-akademische Organisationen sollen damit in diesen Aktivitäten strukturell unterstützt werden.
Koordiniert wird das Doktoranden-Programm von Lucie Khemtemourian vom Centre national de la recherche scientifique in Frankreich.


Das LipAgg-Netzwerk wird unter der Grant Agreement-Nummer 101227450 gefördert.

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