25 Jahre „European Neuroscience Institute Göttingen“

29. Juni 2026

Das "European Neuroscience Institute Göttingen“ (ENI-G) feiert 25-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums fand ein zweitägiges Symposium am Donnerstag, 25. Juni 2026, und Freitag, 26. Juni 2026, im Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften (MPI-NAT), City-Campus, statt. Nils Brose, Sprecher des ENI-G und Leiter der Abteilung Molekulare Neurobiologie am MPI-NAT eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die mehr als 120 Gäste.

Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Dekan der Medizinischen Fakultät, und Nobelpreisträger Erwin Neher, Emeritus-Direktor am MPI-NAT, eröffneten den Festakt stellvertretend für die beiden Gründungseinrichtungen, die UMG und die Max-Planck-Gesellschaft, mit Grußworten.

„Wir blicken mit Stolz auf ein Vierteljahrhundert herausragender neurowissenschaftlicher Forschung zurück. Einst gegründet, um exzellente Nachwuchswissenschaftler*innen in besonderem Maße zu fördern, hat die Forschung im ENI-G maßgeblich zur Stärkung des neurowissenschaftlichen Schwerpunkts am Standort Göttingen beigetragen und internationale Beachtung erlangt“, sagt Brück. „Das Institut sollte jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeiten zur selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit bieten, was zum Zeitpunkt der Gründung des Instituts keineswegs üblich war“, ergänzt Neher.

Forschung auf höchstem Niveau

Das ENI-G nutzt die exzellenten Kooperationsmöglichkeiten, die der Göttingen Campus auf dem Gebiet der Neurowissenschaften mit der UMG, der Universität, dem MPI-NAT und dem Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung – bietet. Insgesamt 18 Nachwuchsgruppen haben im ENI-G bislang auf höchstem Niveau geforscht. 14 Gruppenleiter*innen wurden als Professor*innen an Hochschulen berufen, davon zwölf in Deutschland, einer in Österreich und eine in Großbritannien. Eine Gruppenleiterin ist zudem „Associate Professor“ an einer Hochschule ebenfalls in Großbritannien.

Im Rahmen des Festaktes wurde auch dem 2025 verstorbenen Gründungsinitiator, Diethelm Richter, gedacht. Cornelius Frömmel, ehemaliger Sprecher des Vorstandes und Dekan der UMG, gab einen Überblick über die Entstehung des ENI-G und würdigte Richters Beitrag. Evgeni Ponimaskin von der Medizinischen Hochschule Hannover, ein Habilitand Richters, sprach über dessen Wirken als Wissenschaftler.

Das „European Neuroscience Institute Göttingen“ – von der Gründung bis heute

Im Jahr 2000 auf gemeinsame Initiative der UMG und der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) durch Erwin Neher, Diethelm W. Richter und Walter Stühmer gegründet, folgte 2001 die offizielle Eröffnung des ersten „European Neuroscience Institute“ in Göttingen als Teil eines europäischen Netzwerks ähnlicher Institutionen. Das Institut war zunächst in einem Gebäude im Waldweg 33 untergebracht. Am 17. September 2002 wurde der Grundstein für den Neubau des ENI-G auf dem Nord-Campus der Universität Göttingen gelegt und nach dreijähriger Bauzeit im September 2005 fertiggestellt. Die feierliche Eröffnung des neuen Gebäudes fand am 1. September 2006 statt.

Die Mittel für den Neubau in Höhe von 18,2 Millionen Euro wurden im Rahmen des Hochschulbauförderungsgesetzes (HBFG) gemeinsam vom Land Niedersachsen und dem Bund zur Verfügung gestellt. Den laufenden Betrieb des Gebäudes und die Unterstützung der Nachwuchsgruppen finanzierten die UMG und die MPG zunächst zu gleichen Teilen. Aktuell werden die Kosten zwischen dem MPI-NAT und der UMG aufgeteilt. Das ENI-G am Nord-Campus der Universität bietet auf insgesamt 3.200 Quadratmetern den Platz für mindestens sechs unabhängige neurowissenschaftliche Nachwuchsforschungsgruppen. Für den internationalen Master- und PhD-Studiengang „Neurosciences" wurden Unterrichtsräume eingerichtet. Mit zwei großen Seminarräumen sowie einem großzügig ausgestatteten Praktikumsbereich bietet das Gebäude eine optimale Lernumgebung für Studierende.

(Gemeinsame Presseinformation mit dem ENI-G)

Zur Redakteursansicht